Die globale Finanzkrise, turbulente Aktienmärkte, Übernahmefieber bei Banken in Deutschland. In diesen stürmischen Zeiten steht Ihre Bank Ihnen als verlässlicher Partner zur Seite.
Interview mit Gerhard P. Hofmann, Mitglied des Vorstands des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR):
Müssen sich deutsche Bankkunden wegen der Finanzmarktkrise Sorgen machen?
Hofmann: Angesichts der Vehemenz der Finanzmarktkrise verstehen wir die Sorgen der Menschen. Die Einlagen sind bei allen deutschen Kreditinstituten durch Einlagen-Sicherungssysteme und im genossenschaftlichen FinanzVerbund sogar durch ein weitergehendes Instituts-Sicherungssystem geschützt, das sich seit über 70 Jahren bewährt hat.
Werden die Banken jetzt weniger Kredite vergeben?
Hofmann: Es gibt keinerlei Einschränkungen der Kredit-Gewährung, denn ihr Kredit-Geschäft finanzieren die Volksbanken und Raiffeisenbanken vor allem über Einlagen aus der jeweiligen Region. Damit ist die Kredit-Vergabe an ihre Kunden unabhängig von den internationalen Ereignissen. Volksbanken und Raiffeisenbanken sind stolz auf das ihnen gerade in jüngster Zeit verstärkt entgegengebrachte Vertrauen. Sie sind stets verlässliche Partner für Mittelstand und Privatkunden.
Können Sie etwas zu den Hintergründen der Ereignisse in den USA sagen?
Hofmann: Auf dem US-Kapitalmarkt findet derzeit eine gewaltsame Struktur-Bereinigung ohne Beispiel statt. Das Geschäftsmodell einer Reihe von US-Banken und Investmenthäusern hat sich als nicht tragfähig erwiesen. Institute, die in der Vergangenheit hohe zweistellige Renditen auswiesen, dafür aber auch sehr hohe, letztlich Existenz bedrohende Risiken eingingen, scheiden nun zu Recht aus dem Markt aus. Es ist die Aufgabe der US-Regierung sowie der amerikanischen Notenbank und der Bankenaufsicht, Domino-Effekte im US-Finanzsystem zu verhindern und systemische Risiken soweit wie möglich zu begrenzen. Dies ist die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit und des Marktes. Ich vertraue darauf, dass die US-Behörden im öffentlichen Interesse kompetent und verantwortungsbewusst handeln.
Alle deutschen Banken sind Mitglied in einem Sicherungssystem. Bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken sind Ihre Kundeneinlagen, gemeint sind beispielsweise Ihr Gehaltskonto, Ihre Sparkonten, Banksparpläne oder Festgeldanlagen, durch die Sicherungseinrichtung des BVR sogar in unbegrenzter Höhe geschützt. Auch Inhaber-Schuldverschreibungen, dies ist ungewöhnlich, fallen in den Schutzumfang der Sicherungseinrichtung. Da auch die meisten Zertifikate Inhaber-Schuldverschreibungen sind, schützt die Sicherungseinrichtung des BVR auch die Anleger solcher Papiere vor dem Ausfall des Emittenten, wenn dieser Mitglied der Sicherungseinrichtung des BVR ist.
Die deutschen Universalbanken verfolgen ein anderes Geschäftsmodell als US-Investmentbanken wie Lehman Brothers. So können sie etwaige Verluste an den Märkten besser verkraften. Zudem schützt die Gemeinschaft der Genossenschaftsbanken den Bestand eines jeden Instituts. Selbst in dem unwahrscheinlichen Fall, dass eine Volksbank oder Raiffeisenbank in wirtschaftliche Not gerät, stehen alle anderen Genossenschaftsbanken über eine eigene Sicherungseinrichtung unbegrenzt ein, um Ihre Einlagen zu sichern.